Autor:
Klaus Rosing
veröffentlicht: 1987





Karl Heinz Krieb



Seinen ersten Kontakt mit Essen und Essens Fechtern hatte Karl Heinz Krieb im Kriegsjahr 1941, als er als junges Mitglied einer hessischen Jugendauswahl an einem Vergleichswettkampf im Florett gegen Jugendmannschaften aus den Gauen Ruhr-Niederrhein, Bremen und Westfalen teilnahm. Seine eindrucksvollste Erinnerung an damals war der Ausklang desTurnieres in den nahen Weinstuben, in die man - den strengen Augen der Väter entronnen - schnurstracks strebte.

Gänzlich nach Essen verschlug es ihn dann nach dem Kriege 1951, als er nach dem Studium in Mainz hier eine Anstellung fand. Für die nächsten 30 Jahre war für den Diplom-Physiker sein berufliches Feld die Steinkohlenveredelung sowie die Planung und der Bau von Steinkohlekraftwerken.

Für ihn, der seine erste fechterische Ausbildung im berühmten Offenbacher Fecht Club erhielt, war es klar, daß er sich auch in Essen einem Fechtklub anschloß. Damals war gerade das Fechten im ETUF durch den Beitritt der ehemaligen Waffenbrüder (siehe Teil 1 Waffenbrüderschaft) zu neuem Leben erwacht. Da jedoch in den Folgejahren berufliche und familiäre Entwicklungen für ihn Vorrang hatten, trat die aktive fechterische Betätigung zunächst in den Hintergrund. Aber auch in diese Zeit fallen eine Reihe von Erfolgen mit ETUF-Florettmannschaften. Sechs Jahre war er Vorsitzender der Fechtriege. Erst mit seinem Rückzug in den Ruhestand konnte er sich dem geliebten Fechtsport wieder voll zuwenden. Nachdem er 1983 mit einigen weiteren alten Mitgliedern d. WBE vom ETUF zur efg übergetreten war, schenkte sein neuer Verein diesen alten Fechthasen sofort Vertrauen und wählte ihn zum neuen Vorsitzenden. Wie recht sie hatten, wurde in der bisherigen Amtszeit bereits deutlich. Sein Geschick, mit Menschen umzugehen, seine Vorstellungen der Vereinsführung, Schwerpunkte zu setzen und beharrlich - ohne dickköpfig zu sein - durchzubringen, sind schon ein Glücksfall für den Verein.

Sein großes Anliegen ist die Gemeinschaft, das Zusammengehörigkeitsgefühl in dem Gemeinwesen, genannt Verein; daher seine Pflege der Mannschaften und ständiger Besuch von Mannschaftsturnieren. Sein ganzer Einsatz gilt der Jugend. Selbst vielfacher Vater hat er auch das richtige Gespür für die dem Verein anvertrauten Jungen und Mädchen von 10 bis 18. Und seine Art kommt an, sie spüren, daß er es ehrlich mit ihnen meint. Bei allem lockeren Umgangston wird eine bestimmte Grenze nie überschritten.

Mit 60 noch Fechter mit Leib und Seele erringt er meist vordere Plätze auf ur..zähligen Turnieren und (Senioren- )Meisterschaften. Was ihn seinen Gegnern - die oft jünger sind - so hoch überlegen macht, ist seine ausgefeilte, intelligente Technik und sein unbändiger Ehrgeiz und Siegeswillen, die meist nur durch die nachlassende Physis besiegt wird.

Sein Motto: "Solange ich Vorsitzender bin, ist mein Einsatz für die efg total. Bis daß ich 70 bin, müßt ihr mich ertragen - außer ihr wählt mich ab!"

Aber wer wird schon so einen Glücksfall abwählen?