Autor:
Hans von der Linden
veröffentlicht: 1987




Werner "bello" Kreutzberger (1908 - 1968)



Ein Name, der in den Jahren 1939 - 1968 unter Fechtern in Essen und darüber hinaus in Nordrhein-Westfalen hoch gehandelt wurde. Kreutzberger war in all diesen Jahren ein erfolgreicher Florettfechter.

Am 13.9. 1908 in Friedrichsthal (Saarland) geboren, absolvierte er 1930 sein Studium an der Technischen Hochschule in Darmstadt und gehörte seitdem dem DTB an. Über verschiedene Sportarten fand er den Weg zum Fechten und war schon 1933 Deutscher Hochschulmeister im Florett. Bis 1938 war er im Fechtklub Darmstadt. Zum Ende desselben Jahres, nach Beendigung seiner Referendarzeit, folgte er dem Ruf der Stadtverwaltung Essen und wurde Leiter des städtischen Hochbauamtes. 1939 trat Kreutzberger der Waffenbrüderschaft Essen e.V. bei. Mit seiner menschlichen Wärme und seinem sportlichen Ehrgeiz war Werner B. (bello) schnell in die Waffenbrüderschaft integriert. Neben seinem fechterischen Können sind vereinsinterne Himmelfahrtswanderungen mit Klampfe und Gesang unvergessen. Den Krieg erlebte Kreutzberger als Marineoffizier. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg nahm Kreutzberger sofort seine fechterische Tätigkeit wieder auf und unterstützte 1950 den Übergang der Waffenbrüderschaft zum ETUF. In den kommenden Jahren sah man Kreutzberger auf sehr vielen Turnieren in der Endrunde. Ein quirliger, explosiver Mann, der seine Mannschaft mit Frau VershovenSchwigat und Manfred Wulf immer wieder nach vorne trieb und das nicht ohne Erfolg.

Anfang 1960 wurde Kreutzberger Vorsitzender der Fechtriege im ETUF e. V. . Unter seiner Agide wurde die Fechtriege eine starke Riege mit intensivem Training und großen Erfolgen. So erfolgreich seine fechterische Tätigkeit war, so erfolgreich auch seine Arbeit als Vorsitzender der Fechtriege. Als Präsident im Ehrenrat des Rheinischen Fechterbundes schätzte man seine Umsicht und Geradlinigkeit. Er hat nicht nur entscheidend mitgewirkt an der Gestaltung unserer Stadt, als städt. Oberbaudirektor Amtsleiter des Hochbauamtes, sondern auch entscheidend das fechterische Leben in dieser Stadt mitgestaltet.

Am 12. 10. 1968, eine Woche nach Vollendung seines 60 Lebensjahres, wurde Bello Kreutzberger viel zu früh - nach Herzinfarkten - aus diesem Leben abberufen. Sechs Fechter hielten in Sportkleidung die Ehrenwache an seinem Sarg und die Fechterfamilie, d.h. seine alten Fechtfreunde nahmen Abschied von einem unvergessenen Sportler und Menschen.